Intern
    Medienkommunikation

    Alles auf dem Plan: Projektmanagement mit Frank Lauterbach

    15.12.2022

    Von der Organisation der Studiengangs-Weihnachtsfeier bis hin zur Einführung des neuen RTL-Logos: In nahezu jedem Feld werden Projekte durchgeführt. Hinter diesen Events, Kampagnen oder neuen Produkten stehen Projektmanager:innen, die sichergehen, dass alles nach Plan läuft. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Berufsbild? Einen Einblick in die Praxis gab Frank Lauterbach, Inhaber und Gründer der lauterbach kreativbetreuung e.K. – im Rahmen des Seminars „MK on the Job“ nahm er die Studierenden des Masters Medienkommunikation am 15.12.2022 mit in die Welt des Projektmanagements.

    Frank Lauterbach von der Marketingagentur lauterbach kreativbetreuung e.K. war zu Gast im Masterseminar "MK on the Job" und stellte sich in einem Q & A den Fragen der Medienkommunikationsstudierenden. | Foto und Logo: © frank-lauterbach lauterbach kreativbetreuung e.K.

    Projektmanagement beschreibt die Organisation und Leitung eines Teams in allen Führungsaufgaben. Im Speziellen begleitet ein Projektmanager die Durchführung eines einmaligen Ereignisses oder Projekts. Mit seinen durch jahrelange Tätigkeit in leitenden Positionen erworbenen Erfahrungen und Kenntnissen lieferte Frank Lauterbach spannende Insights zu zahlreichen Fragen aus dem Plenum.

    Als wichtige praktische Fähigkeiten im Projektmanagement legte Frank Lauterbach den Studierenden neben den bereichspezifischen Fachkenntnissen vor allem die Skills zum Verwalten eines Projekts nahe. Den Umgang mit diversen Programmen würde man beispielsweise ohnehin während der Arbeit an einem Projekt lernen, so Lauterbach. Die relevantesten Skills sind dabei vor allem Kommunikationsfähigkeit, Sozialfähigkeit und Stressresistenz: „Ohne gute Kommunikation läuft kein Projekt, das ist die allerwichtigste Fähigkeit, damit alle, die an dem Projekt arbeiten, stets auf dem aktuellsten Stand der Ereignisse sind“, so Lauterbach. Fachkenntnisse seien zwar auch wichtig, aber hier reicht es oft, einen Überblick darüber zu haben, was in welchem Zeitraum mit welchem Arbeitsaufwand und welchen Tools von den Projektmitarbeitenden erledigt werden kann. Dies bestätigt auch der Blick auf einen typischen Arbeitstag, der vor allem von Meetings, Planung und dem Verfassen von Mails bestimmt wird. Um stets mit allen Kund:innen und Mitarbeiter:innen in Kontakt zu bleiben, gibt es bei Lauterbach regelmäßige Updates – denn auch wenn diese nur 5 Minuten dauern, verliert auf diese Weise niemand den Überblick. Der Punkt Stressresistenz ist gerade für die Phasen wichtig, in denen ein Projekt mal mehr als die übliche Arbeitszeit benötigt oder durch internationale Zusammenarbeit auch zu ungewöhnlichen Uhrzeiten Einsatz erfordert. In diesem Zuge kam auch das Thema Work-Life-Balance auf. Hierzu gab Frank Lauterbach wertvolle Tipps: „Es ist wichtig, dass man seine persönlichen Grenzen einzuschätzen lernt, für sich und sein Leben Prioritäten setzt und auch mal Nein sagen kann, wenn es zu viel wird, bevor man sich kaputtarbeitet.“

    Da die Studierenden viele Fragen zur Leitung der Kreativagentur stellten, hatte Frank Lauterbach auch die Gelegenheit aus dem Nähkästchen zu plaudern und Einblicke in seinen Arbeitsalltag als Inhaber und Leiter zu gewähren. „Wir fokussieren uns bewusst auf regionale Kunden. Das ist nicht weniger spannend als internationale Projekte zu leiten“, so Lauterbach über die Ausrichtung seiner Agentur. Wie spannend das tatsächlich sein kann, verdeutlichte er Schritt für Schritt am Beispiel einer Kampagne für die Firma Eugen Wahner GmbH. Von der Entwicklung einer originellen Idee, über die Planung der Maßnahmen bis hin zur erfolgreichen Durchführung konnten die Studierenden viel über den Ablauf eines Projekts lernen. „Oft bleibt es auch nicht bei nur einem Projekt“, erklärte Lauterbach. Läuft ein Projekt gut, kommt es häufig vor, dass Kund:innen weitere Anschlussprojekte beauftragen oder es auf andere Bereiche ausweiten. So seien die Übergänge in der Realität oft fließend und man könne selten sagen: „Das Projekt ist jetzt endgültig abgeschlossen“. Auf die Frage, inwieweit sich er und sein Team bei der Durchführung noch an die klassischen Projekt-Phasen, wie man sie in der Theorie lernt, halten, meinte Lauterbach: „Anfänglich, bei den ersten Projekten auf jeden Fall, aber irgendwann passiert das automatisch, wenn jeder im Team die Abläufe bereits verinnerlicht hat. Man merkt dann eher nach Abschluss einer Phase, wo man sich gerade befindet“.

    Da Lauterbach 2010 seine eigene Agentur gründete, stellte sich den Studierenden die Frage, ob eine Position als Projektmanager ihn auf die Selbstständigkeit vorbereitet habe. Lauterbachs Antwort darauf: Ein klares Nein. Die Leitung eines Projekts machte ihn eher “blauäugig” für die Verantwortung und Organisation eines eigenen Unternehmens – stattdessen muss man Vieles umdenken und neu priorisieren.

    Abschließend riet der Experte noch, bei einer Bewerbung nicht zu dick aufzutragen: „Sagt nicht ihr könnt etwas gut, was ihr dann tatsächlich gar nicht oder nur ein bisschen könnt, das kommt in den ersten Arbeitswochen immer raus, wenn ihr es dann machen müsst. Wenn ihr in einer Sache nur Grundkenntnisse habt, ist das vollkommen okay, darauf kann man dann aufbauen, aber seid auf jeden Fall ehrlich.“ Man sollte sich selbst auch im Klaren darüber sein, ob man einem Job gewachsen ist und ob man die entsprechenden Fähigkeiten mitbringt. Alles in allem passt das Projektmanagement sehr gut zum Studiengang Medienkommunikation, was Frank Lauterbach den Studierenden zum Abschluss noch einmal bescheinigte: „Ihr seid von den Grundkompetenzen her echt gut aufgestellt und sehr geeignet für diese Tätigkeiten.“

    Von Hannah Weinmann, Ohenewa Akuffo und Franziska Ballbach (Master Medienkommunikation), betreut von Fabian Mayer.

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