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    Fakultät für Humanwissenschaften

    Europa von unten nach oben bauen

    18.04.2007

    Studierende diskutieren mit Politikern - Deutschland hat derzeit die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union (EU) inne. Aus diesem Anlass tagt der EU-Ausschuss der Regionen (AdR) am 19. und 20. April in Würzburg. Diese Gelegenheit hat die Politik-Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet genutzt, um eine Debatte zwischen Studierenden und Politikern zu organisieren.

    Am Donnerstag, 19. April, können Studierende und andere Interessierte von 15.00 bis 16.30 Uhr im Hörsaal 1 des Unigebäudes am Wittelsbacherplatz über ein stets aktuelles Thema diskutieren: die Subsidiarität. Damit ist das Prinzip gemeint, dass politische Entscheidungen im Mehrebenensystem der EU nicht nur an der Spitze getroffen werden sollten, sondern wann immer möglich bürgernah in Gemeinden, Städten oder Bundesländern. Europa soll dadurch von unten nach oben gebaut werden.

    Ist „Subsidiarität“ nur ein Schlagwort? Oder kann ihre konsequente Anwendung tatsächlich das Vertrauen vieler EU-Bürger in ihre Staatengemeinschaft stärken? Mit dieser Frage setzen sich am Wittelsbacherplatz AdR-Präsident Michel Delebarre (Frankreich, Bürgermeister der Stadt Dünkirchen), Emilia Müller, bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, und die Würzburger Oberbürgermeisterin Pia Beckmann auseinander. Die Studierenden können den Politikern auf dem Podium Fragen stellen, Gisela Müller-Brandeck-Bocquet übernimmt die Moderation.

    Der Ausschuss der Regionen mit Sitz in Brüssel, ins Leben gerufen 1994, ist die jüngste Institution der Europäischen Union. Mit seiner Errichtung wurde der Anspruch der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften auf eine Vertretung innerhalb der EU offiziell anerkannt. Der AdR steht dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Kommission zur Seite. Er berät diese Institutionen in Sachen wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt, Bildung und Jugend, Kultur, transeuropäische Netze, Verkehr, Sozial- und Beschäftigungspolitik und Umwelt. Außerdem kann er in allen anderen Fällen von den Gemeinschaftsorganen angehört werden, wenn diese das als zweckmäßig erachten. Darüber hinaus hat der Ausschuss das Recht, aus eigener Initiative Stellungnahmen abzugeben.

    Dem AdR gehören 344 Mitglieder aus allen Mitgliedstaaten der Union und eben so viele Stellvertreter an. Deutschland entsendet insgesamt 24 Mitglieder, von denen 21 durch die Länder und drei durch die kommunalen Spitzenverbände bestimmt werden. Frankreich, Italien und Großbritannien sind ebenfalls mit 24 Mitgliedern im AdR vertreten.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, T (0931) 888-4858, mbb@uni-wuerzburg.de

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